Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen lässt sich mal wieder feiern und präsentiert neue Zahlen der Bundesagentur für Arbeit die belegen sollen, dass die Kinderarmut in Deutschland zurückgegangen sei. Nur noch!! 1,6 Millionen Kinder würden Hartz IV bekommen. Völlig unerwähnt ließ sie dabei allerdings, dass die Zahl der unter 15-Jährigen insgesamt von 2006 bis 2010 um über 500.000 gesunken ist.
Zudem beantragen nicht wenige Eltern lieber den wesentlich geringeren Kinderzuschlag, als sich dem repressiven Hartz IV-System auszusetzen. Es stellt sich die Frage, ob die Bundesagentur hier versucht, vom Versagen der missglückten Instrumente zur Bekämpfung der Kinderarmut wie dem Kinderzuschlag, dem Bildungs-und Teilhabepaket und den eingefrorenen Kinderregelsätzen bei Hartz IV abzulenken. Der jüngst veröffentlichte Familienreport 2011 spricht da eine deutliche Sprache. Dem Bericht zufolge ist die Armutsrisikoquote allein in den Jahren 2009 und 2010 von 16 auf über 19 Prozent gestiegen. Jedes fünfte Kind ist mittlerweile von Armut bedroht. Besonders betroffen sind Kinder von Alleinerziehenden sowie Familien mit mehr als zwei Kindern.
Diana Golze, Leiterin des Arbeitskreises "Arbeit, Gesundheit und Soziales" der Fraktion DIE LINKE empfiehlt: „Die Bundesagentur für Arbeit sollte weniger voreilige Schlüsse aus einseitigen Statistiken ziehen und mehr Energie darauf verwenden, gemeinsam mit anderen Akteuren wirkungsvolle Konzepte zur Bekämpfung der Kinderarmut zu entwickeln."